Das Limit bin nur ich
by Jonas Deichmann
Hier hilft mir meine Grundeinstellung sehr: Ich bleibe auf die Aufgabe des Tages fokussiert und belaste mich nicht mit der Vorstellung, dass es morgen bestimmt wieder so trostlos wird und übermorgen und … stöhn! Ich absolviere heute das, was ich mir vorgenommen habe. Und wenn es keinen Spaß macht, dann macht es eben mal keinen Spaß. Dass die Wüste irgendwann ein Ende hat, so viel ist sicher. Auch wenn man es in den langen Stunden, in denen der Horizont wie festgenagelt scheint, kaum glauben kann. Im Frust hängen zu bleiben schwächt, zuversichtlich zu sein stärkt. Das hat nichts damit zu tun, sich eine miese Situation schönzureden. Denn wie ist die Situation? Ich bin gesund und im Vollbesitz meiner Kräfte, mein Fahrrad und der Rest meiner Ausrüstung sind vollständig und unbeschädigt, vor allem aber: Ich bin mitten in einem großen Abenteuer, das ich mir erst erträumt und dann realisiert habe. Ich bin genau da, wo ich sein will. Es ist alles Kopfsache.
Wie behält man in solchen Momenten den Kopf oben? Für mich ist das ein ganz zentraler Punkt meiner Einstellung: Ich bin mir zu jeder Zeit bewusst, dass ich mir einen Traum erfülle, dass ich genau da bin, wo ich sein wollte. Manchmal ist das unangenehm, manchmal einfach scheußlich. Aber es gehört zum Abenteuer dazu und ist genau das, was ich will.
Ab dem fünften Tag bin ich wieder allein; auch Markus ist abgereist. Und noch etwas ist weg: der Schmerz. In den letzten Tagen hat sich mein Körper den Anforderungen angepasst. Das war zu erwarten, irgendwann ergeben sich die Muskeln ihrem Schicksal, und es ist unglaublich wohltuend, nicht bei jeder Bewegung mit den Zähnen knirschen zu müssen.
Nach ein paar Minuten, die ich nur mit größter Mühe überstehe, lässt der Schmerz zwar nicht nach, ich gewöhne mich aber an ihn. Damit ist das Schlimmste geschafft. Nun kann ich ihn in den Hinterkopf verdrängen und dabei zusehen, wie er immer unwichtiger wird.
Vor allem, wenn ich von anderen abhängig bin, kann mein Vorhaben in Gefahr geraten. Sobald ich auf mich selbst gestellt bin, mich aus eigener Kraft fortbewegen kann, komme ich voran. Manchmal langsam, dafür sicher. Den Schmerz ertrage ich dafür gerne.
Hey, ich erfülle mir gerade einen Traum, ich bin genau da, wo ich sein will, und irgendwann geht es auch weiter. Es ist Kopfsache. Ohne Optimismus geht’s nicht.
"Hier hilft mir meine Grundeinstellung sehr: Ich bleibe auf die Aufgabe des Tages fokussiert und belaste mich nicht mit der Vorstellung, dass es morgen bestimmt wieder so trostlos wird und übermorgen und … stöhn! Ich absolviere heute das, was ich mir vorgenommen habe. Und wenn es keinen Spaß macht, dann macht es eben mal keinen Spaß. Dass die Wüste irgendwann ein Ende hat, so viel ist sicher. Auch wenn man es in den langen Stunden, in denen der Horizont wie festgenagelt scheint, kaum glauben kann."
"Im Frust hängen zu bleiben schwächt, zuversichtlich zu sein stärkt. Das hat nichts damit zu tun, sich eine miese Situation schönzureden. Denn wie ist die Situation? Ich bin gesund und im Vollbesitz meiner Kräfte, mein Fahrrad und der Rest meiner Ausrüstung sind vollständig und unbeschädigt, vor allem aber: Ich bin mitten in einem großen Abenteuer, das ich mir erst erträumt und dann realisiert habe. Ich bin genau da, wo ich sein will. Es ist alles Kopfsache."
"Jonas hat mich gelehrt, diszipliniert und entschlossen zu sein, groß zu denken, die Aufgabe aber immer in kleine Etappen herunterzubrechen, konsequent zu sein, trotz aller Schwierigkeiten nie das Ziel aus den Augen zu verlieren, positiv zu bleiben, zu lächeln, Spaß zu haben und die Reise zu genießen. Von dieser Art haben sich viele Menschen in Mexiko inspirieren lassen. Ich nenne es den »Jonas-Effekt«."
"Wie behält man in solchen Momenten den Kopf oben? Für mich ist das ein ganz zentraler Punkt meiner Einstellung: Ich bin mir zu jeder Zeit bewusst, dass ich mir einen Traum erfülle, dass ich genau da bin, wo ich sein wollte. Manchmal ist das unangenehm, manchmal einfach scheußlich. Aber es gehört zum Abenteuer dazu und ist genau das, was ich will."
"Ab dem fünften Tag bin ich wieder allein; auch Markus ist abgereist. Und noch etwas ist weg: der Schmerz. In den letzten Tagen hat sich mein Körper den Anforderungen angepasst. Das war zu erwarten, irgendwann ergeben sich die Muskeln ihrem Schicksal, und es ist unglaublich wohltuend, nicht bei jeder Bewegung mit den Zähnen knirschen zu müssen."
"Nach ein paar Minuten, die ich nur mit größter Mühe überstehe, lässt der Schmerz zwar nicht nach, ich gewöhne mich aber an ihn. Damit ist das Schlimmste geschafft. Nun kann ich ihn in den Hinterkopf verdrängen und dabei zusehen, wie er immer unwichtiger wird."
"Vor allem, wenn ich von anderen abhängig bin, kann mein Vorhaben in Gefahr geraten. Sobald ich auf mich selbst gestellt bin, mich aus eigener Kraft fortbewegen kann, komme ich voran. Manchmal langsam, dafür sicher. Den Schmerz ertrage ich dafür gerne."
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