"Ich mag, wenn's kracht.": Jürgen Klopp. Die Biographie
by Raphael Honigstein
Vor der Saison bat Klopp seine Spieler, ihren Namen unter »ein Versprechen« zu setzen, in dem sieben Regeln vereinbart waren. Die Spieler des BVB verpflichteten sich zu: »bedingungslosem Einsatz, leidenschaftlicher Hingabe, Entschlossenheit (zu siegen) unabhängig vom Spielstand, der Bereitschaft, jeden zu unterstützen, der Bereitschaft, Hilfe anzunehmen, der Bereitschaft, die eigenen Qualitäten voll und ganz in den Dienst der Mannschaft zu stellen, und der Bereitschaft, persönliche Verantwortung zu übernehmen«. »Ich halte mich nicht für sehr politisch«, erklärte er 2009 in dem taz-Interview, »aber selbstverständlich bin ich links. Linker als Mitte. Ich glaube an den Sozialstaat und habe kein Problem damit, Krankenversicherung zu zahlen. Ich bin nicht privat versichert, ich würde nie eine Partei wählen, weil die verspricht, den Spitzensteuersatz zu senken. Mein politisches Verständnis ist: Wenn es mir gutgeht, soll es den anderen auch gutgehen.
Klopp erklärte den Verantwortlichen des FC Liverpool, dass Fußball »mehr als ein System« sei, sondern immer auch »Regen, intensive Zweikämpfe, der Lärm im Stadion«. Am wichtigsten sei es, führte er aus, das Publikum in Anfield durch die Art der Darbietung »zu aktivieren«, das Team anzufeuern und dadurch einen sich selbst verstärkenden Kreislauf der Begeisterung zu erzeugen.
»Das war das erste große Glück meines Lebens, genau das zu tun, was mein Vater selbst einmal wollte. Ich habe ja das von ihm erträumte Leben gelebt. Mit jedem anderen Job hätten wir reichlich Stress miteinander gehabt, fürchte ich.« Sein Vater hätte es nicht verstanden, wenn er gesagt hätte, er wolle beispielsweise Florist werden. Er hätte ihn schlicht für verrückt erklärt.
Kloppo hat immer gesagt: ›Ich möchte das Gefühl haben, dass du dir jetzt nur noch einen einzigen Klub vorstellen kannst. Und das ist Mainz. Wenn du das Gefühl nicht hast, wenn du sagst, ich muss nachher noch mit dem oder dem reden, dann lass es. Wenn du jetzt kein Feuer gefangen hast, nachdem wir dir erklärt haben, was Mainz ist, dann darfst du nicht hierherkommen.
Norbert war der persönliche Fußball-, Tennis- und Skitrainer seines Sohnes, und er unterwarf ihn einem strengen, wettbewerbsorientierten Regime. Am Morgen sei sein Vater mit ihm auf den Sportplatz gegangen, erzählte Jürgen Klopp 2011 dem Abendblatt, egal, ob es regnete oder die Sonne schien.
Nur dass der Ball dann nicht so schnell auf die linke Seite kam, das hat keiner kapiert, dass die Abwehr genug Zeit hatte, sich zu verschieben. Ballorientierte Raumdeckung nannte sich das, und das war etwas völlig Neues in Deutschland. Das war quasi Hexerei.
"Vor der Saison bat Klopp seine Spieler, ihren Namen unter »ein Versprechen« zu setzen, in dem sieben Regeln vereinbart waren. Die Spieler des BVB verpflichteten sich zu: »bedingungslosem Einsatz, leidenschaftlicher Hingabe, Entschlossenheit (zu siegen) unabhängig vom Spielstand, der Bereitschaft, jeden zu unterstützen, der Bereitschaft, Hilfe anzunehmen, der Bereitschaft, die eigenen Qualitäten voll und ganz in den Dienst der Mannschaft zu stellen, und der Bereitschaft, persönliche Verantwortung zu übernehmen«."
"»Ich halte mich nicht für sehr politisch«, erklärte er 2009 in dem taz-Interview, »aber selbstverständlich bin ich links. Linker als Mitte. Ich glaube an den Sozialstaat und habe kein Problem damit, Krankenversicherung zu zahlen. Ich bin nicht privat versichert, ich würde nie eine Partei wählen, weil die verspricht, den Spitzensteuersatz zu senken. Mein politisches Verständnis ist: Wenn es mir gutgeht, soll es den anderen auch gutgehen."
"Klopp erklärte den Verantwortlichen des FC Liverpool, dass Fußball »mehr als ein System« sei, sondern immer auch »Regen, intensive Zweikämpfe, der Lärm im Stadion«. Am wichtigsten sei es, führte er aus, das Publikum in Anfield durch die Art der Darbietung »zu aktivieren«, das Team anzufeuern und dadurch einen sich selbst verstärkenden Kreislauf der Begeisterung zu erzeugen."
"»Das war das erste große Glück meines Lebens, genau das zu tun, was mein Vater selbst einmal wollte. Ich habe ja das von ihm erträumte Leben gelebt. Mit jedem anderen Job hätten wir reichlich Stress miteinander gehabt, fürchte ich.« Sein Vater hätte es nicht verstanden, wenn er gesagt hätte, er wolle beispielsweise Florist werden. Er hätte ihn schlicht für verrückt erklärt."
"Kloppo hat immer gesagt: ›Ich möchte das Gefühl haben, dass du dir jetzt nur noch einen einzigen Klub vorstellen kannst. Und das ist Mainz. Wenn du das Gefühl nicht hast, wenn du sagst, ich muss nachher noch mit dem oder dem reden, dann lass es. Wenn du jetzt kein Feuer gefangen hast, nachdem wir dir erklärt haben, was Mainz ist, dann darfst du nicht hierherkommen."
"Norbert war der persönliche Fußball-, Tennis- und Skitrainer seines Sohnes, und er unterwarf ihn einem strengen, wettbewerbsorientierten Regime. Am Morgen sei sein Vater mit ihm auf den Sportplatz gegangen, erzählte Jürgen Klopp 2011 dem Abendblatt, egal, ob es regnete oder die Sonne schien."
"Nur dass der Ball dann nicht so schnell auf die linke Seite kam, das hat keiner kapiert, dass die Abwehr genug Zeit hatte, sich zu verschieben. Ballorientierte Raumdeckung nannte sich das, und das war etwas völlig Neues in Deutschland. Das war quasi Hexerei."
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