Alte weiße Männer: Ein Schlichtungsversuch
von Sophie Passmann
Wenn Frauen sich also fragen müssten, ob sie nur wegen einer Quote ihren Job haben, müssen Männer sich im Gegenzug ständig fragen, ob sie ihren Job nur haben wegen ihres Penis. Wir leben in einer Kultur, in der Männer Jobs viel leichter bekommen, das muss doch ein erdrückendes Gefühl von Selbstzweifeln bei allen Topmanagern auslösen. Nur weil eine Quote unfrei ist, muss der Zustand davor nicht zwangsweise frei gewesen sein. Vielleicht haben wir manchmal nur die Wahl zwischen zwei unterschiedlich guten Unfreiheiten. Jeder Mann ist sexistisch. Dieser Satz liest sich sehr schmerzhaft und je nach Selbstbewusstsein der Person wie eine Beleidigung, aber Männer sollten diesen Fakt einfach annehmen und versuchen, nicht hysterisch zu werden. Wir leben in einer patriarchalen Gesellschaft, bis heute. Unsere kulturelle Prägung beruht auf der Übermacht des Mannes, diese Übermacht durchzieht ausnahmslos jeden gesellschaftlichen, politischen und persönlichen Bereich unseres Lebens.
Frauen stehen nie nur für sich als Einzelperson, sie werden immer auch als weiblich betrachtet. Der weiße Mann ist im Gegensatz dazu der Prototyp des Menschen, nur er kann es sich erlauben, nach seiner Einzelleistung bewertet zu werden. Ich als weibliche Autorin repräsentiere immer gleich die Fähigkeiten meines Geschlechts mit, ob ich will oder nicht.
»Ich denke, man meint damit eine Kultur, die von sich selbst annimmt, dass sie dominant ist, sowohl ökonomisch wie in der Geschlechterpolitik, wie global gesehen. Und deswegen ist der Kontrollverlust des alten weißen Mannes gleichbedeutend mit dem Niedergang des Westens, der westlichen Dominanz der Industriegesellschaft.
In Zeiten, in denen wir am liebsten unter uns bleiben, das eigene Meinungskonstrukt an manchen Tagen so angreifbar erscheint, dass bereits ein Gegenargument wie ein Angriff wirkt, ist eine Unterhaltung bereits ein radikaler Akt.
»Ich wollte nicht Teil der patriarchalen Machtdominanz sein. Aber auch wenn ich mir einbilde, ein verständnisvoller Mann zu sein, bin ich ja trotzdem in der Logik gefangen.
Der alte weiße Mann ist eigentlich der Mann im Establishment, der aus seiner Verunsicherung keine Reflexion, sondern höchstens Aggression und Ablehnung entstehen lässt.
"Wenn Frauen sich also fragen müssten, ob sie nur wegen einer Quote ihren Job haben, müssen Männer sich im Gegenzug ständig fragen, ob sie ihren Job nur haben wegen ihres Penis. Wir leben in einer Kultur, in der Männer Jobs viel leichter bekommen, das muss doch ein erdrückendes Gefühl von Selbstzweifeln bei allen Topmanagern auslösen. Nur weil eine Quote unfrei ist, muss der Zustand davor nicht zwangsweise frei gewesen sein. Vielleicht haben wir manchmal nur die Wahl zwischen zwei unterschiedlich guten Unfreiheiten."
"Jeder Mann ist sexistisch. Dieser Satz liest sich sehr schmerzhaft und je nach Selbstbewusstsein der Person wie eine Beleidigung, aber Männer sollten diesen Fakt einfach annehmen und versuchen, nicht hysterisch zu werden. Wir leben in einer patriarchalen Gesellschaft, bis heute. Unsere kulturelle Prägung beruht auf der Übermacht des Mannes, diese Übermacht durchzieht ausnahmslos jeden gesellschaftlichen, politischen und persönlichen Bereich unseres Lebens."
"Frauen stehen nie nur für sich als Einzelperson, sie werden immer auch als weiblich betrachtet. Der weiße Mann ist im Gegensatz dazu der Prototyp des Menschen, nur er kann es sich erlauben, nach seiner Einzelleistung bewertet zu werden. Ich als weibliche Autorin repräsentiere immer gleich die Fähigkeiten meines Geschlechts mit, ob ich will oder nicht."
"»Ich denke, man meint damit eine Kultur, die von sich selbst annimmt, dass sie dominant ist, sowohl ökonomisch wie in der Geschlechterpolitik, wie global gesehen. Und deswegen ist der Kontrollverlust des alten weißen Mannes gleichbedeutend mit dem Niedergang des Westens, der westlichen Dominanz der Industriegesellschaft."
"In Zeiten, in denen wir am liebsten unter uns bleiben, das eigene Meinungskonstrukt an manchen Tagen so angreifbar erscheint, dass bereits ein Gegenargument wie ein Angriff wirkt, ist eine Unterhaltung bereits ein radikaler Akt."
"»Ich wollte nicht Teil der patriarchalen Machtdominanz sein. Aber auch wenn ich mir einbilde, ein verständnisvoller Mann zu sein, bin ich ja trotzdem in der Logik gefangen."
"Der alte weiße Mann ist eigentlich der Mann im Establishment, der aus seiner Verunsicherung keine Reflexion, sondern höchstens Aggression und Ablehnung entstehen lässt."
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