Working Class: Warum wir Arbeit brauchen, von der wir leben können
von Julia Friedrichs
Es ist wohl so, wie der österreichische Schriftsteller Robert Misik in seinem Essay Die falschen Freunde der einfachen Leute schreibt: Die working class zeige nur selten Mitgefühl mit den Ärmeren, denen sie insgeheim Versagen vorwerfe und dazu den Griff in die Sozialtöpfe. »Nichts untergräbt schließlich Solidarität mehr als das Gefühl, dass man als Einzelkämpfer darauf achten muss, selbst zu überleben«, schreibt Misik. Bemerkenswerterweise verschwanden die neuen und alten Arbeitswelten in der Industrie- oder Dienstleistungsbranche nach und nach fast vollständig aus der Berichterstattung über soziale Probleme.« Und, diese Zahlen messen den Wandel besonders eindrücklich: Auch die Gewerkschaften als Anwältinnen der Arbeiter verloren schleichend, aber stetig an Bedeutung.
Bemerkenswerterweise verschwanden die neuen und alten Arbeitswelten in der Industrie- oder Dienstleistungsbranche nach und nach fast vollständig aus der Berichterstattung über soziale Probleme.« Und, diese Zahlen messen den Wandel besonders eindrücklich: Auch die Gewerkschaften als Anwältinnen der Arbeiter verloren schleichend, aber stetig an Bedeutung.
Die US-Ökonomen Gabriel Zucman und Emanuel Saez schichten die Bevölkerung anhand ihrer Vermögen. Ganz unten die breite Arbeiterschicht, die Menschen ohne Kapital, satte 50 Prozent der US-Amerikaner. Dann die Mittelschicht (die folgenden 40 Prozent), die obere Mittelschicht (die nächsten 9 Prozent) und die Reichen (das oberste Prozent).
Die Hälfte der Deutschen hat ein Vermögen von 20 000 Euro oder weniger, viel weniger, um genau zu sein. Jeder zehnte Deutsche ist überschuldet, kann seine Rechnungen nicht bezahlen. Ein Drittel der Menschen dümpelt bei null. Sie geben in Umfragen an, keine unerwarteten Ausgaben von 1000 Euro stemmen zu können.
Im Jahr 1970 waren Finanz- und Realwirtschaft noch gleichauf, damals stand es unentschieden. 1990 führte die Finanzwelt schon 2 : 1. Im Jahr 2000 bereits 3 : 1. Heute liegt das Finanzvermögen der Welt bei 300 Billionen Dollar. Das ist fast viermal so viel wie alle realen Wirtschaftswerte zusammengenommen.
Die, deren Löhne und Einkommen in den letzten Jahren extrem gestiegen sind, könnten sich in Tarifrunden und Gehaltsverhandlungen bescheiden, damit Sait mehr erhalten und ihnen endlich wieder näher rücken könnte.
"Es ist wohl so, wie der österreichische Schriftsteller Robert Misik in seinem Essay Die falschen Freunde der einfachen Leute schreibt: Die working class zeige nur selten Mitgefühl mit den Ärmeren, denen sie insgeheim Versagen vorwerfe und dazu den Griff in die Sozialtöpfe. »Nichts untergräbt schließlich Solidarität mehr als das Gefühl, dass man als Einzelkämpfer darauf achten muss, selbst zu überleben«, schreibt Misik."
"Bemerkenswerterweise verschwanden die neuen und alten Arbeitswelten in der Industrie- oder Dienstleistungsbranche nach und nach fast vollständig aus der Berichterstattung über soziale Probleme.« Und, diese Zahlen messen den Wandel besonders eindrücklich: Auch die Gewerkschaften als Anwältinnen der Arbeiter verloren schleichend, aber stetig an Bedeutung."
"Die US-Ökonomen Gabriel Zucman und Emanuel Saez schichten die Bevölkerung anhand ihrer Vermögen. Ganz unten die breite Arbeiterschicht, die Menschen ohne Kapital, satte 50 Prozent der US-Amerikaner. Dann die Mittelschicht (die folgenden 40 Prozent), die obere Mittelschicht (die nächsten 9 Prozent) und die Reichen (das oberste Prozent)."
"Die Hälfte der Deutschen hat ein Vermögen von 20 000 Euro oder weniger, viel weniger, um genau zu sein. Jeder zehnte Deutsche ist überschuldet, kann seine Rechnungen nicht bezahlen. Ein Drittel der Menschen dümpelt bei null. Sie geben in Umfragen an, keine unerwarteten Ausgaben von 1000 Euro stemmen zu können."
"Im Jahr 1970 waren Finanz- und Realwirtschaft noch gleichauf, damals stand es unentschieden. 1990 führte die Finanzwelt schon 2 : 1. Im Jahr 2000 bereits 3 : 1. Heute liegt das Finanzvermögen der Welt bei 300 Billionen Dollar. Das ist fast viermal so viel wie alle realen Wirtschaftswerte zusammengenommen."
"Die, deren Löhne und Einkommen in den letzten Jahren extrem gestiegen sind, könnten sich in Tarifrunden und Gehaltsverhandlungen bescheiden, damit Sait mehr erhalten und ihnen endlich wieder näher rücken könnte."
"»Heute wird man reich, wenn man von seinem Kapital lebt, nicht von herkömmlicher Arbeit, nicht im Schweiße seines Angesichts, wie man sagt; sondern wenn man zur richtigen Zeit am richtigen Ort investiert."
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